Wie entstehen die Kosten für den Filmschnitt?
Um das verstehen zu können, schildere ich Ihnen den Ablauf eines gewöhnlichen Filmschnitts von Ihrem Video:
Im folgenden Beispiel gehe ich davon aus, dass Sie eine Mini DV Cassette mit 60 Minuten Spielzeit abgeben.
1. Schritt: Überspielen des Films
Wenn der Film von einer Mini DV Cassette auf den Computer überspielt wird, dauert das Überspielen genauso lange
wie die Aufnahmen auf der Mini DV dauert. D.h. eine Stunde Aufnahme = eine Stunde Überspielzeit
2. Indexieren der Szenen
Um über die verschienden Szenen, die Sie aufgenommen haben, einen Überblick zu erhalten, werden Zeit, Dauer,
Art und Qualität der Aufnahme schriftlich festgehalten. Je nachdem, wie lang die einzelnen Szenen sind, kann
die Indexierung hier ein bis drei Stunden in Anspruch nehmen.
3. Drehbuch zum Festlegen der Szenenreihenfolge
Im Drehbuch wird die Abfolge der Szenen festgelegt, denn selten werden die Szenen so gezeigt, wie sie aufgenommen wurden.
Das Erstellen einer Szenenreihenfolge kann zwischen einer halben und bis zu zwei Stunden dauern.
4. Filmschnitt
Wenn die ganzen Details geklärt sind, geht es an den eigentlichen Filmschnitt. Die Dauer des Filmschnitts richtet sich
danach, ob viele kleine oder eher wenige längere Filmszenen verwendet werden. Der Filmschnitt kann demnach bei 60 Minuten
Film sehr stark variieren und klärt sich erst beim Erstellen des Drehbuchs. Bei 60 Minuten Film kann man von mindesten
drei bis vier Stunden ausgehen, eher mehr.
5. Verbesserung des Bild- und Tonmaterials
Bis zu einem gewissen Grad kann das Bild- und Tonmaterial mit Filtern verbessert werden. Je nach Aufwand (neben
den Einstellungen per Hand kann das Berechnen der Filter sehr viel Rechenzeit verbrauchen) kann hier sehr viel Zeit
beansprucht werden - sogar bis zu mehreren Tagen. Deswegen wird diese Option selten von Privatleuten in Anspruch genommen.
6. Bildbearbeitung
Für das Cover, die DVD Beschriftung, den DVD Menühintergrund, als Kapitelanzeige und/ oder als einzelne Standbilder innerhalb
des Films müssen Bilder bearbeitet werden. Sie können entweder eingescannt oder als Foto von einer Digitalkamera verwendet
werden. Es können auch Bilder aus dem laufenden Film heraus genommen werden. Woher die Bilder auch kommen - sie werden mit einem
Bildbearbeitungsprogramm ästhetisch verändert. Die dafür benötigte Zeit hängt mit der Menge und der vorhandenen Qualität
der zu verwendenden Bilder ab. Für unser Beispiel gilt hier: Ein Bild für das Cover, für den DVD Menühintergrund und
als DVD Beschriftung: ca. zwei Stunden
7. Einspielen von Musik oder Geräuschen
Ein Beispiel: Ihr Film geht über eine Hochzeit und das Brautpaar marschiert ein. Die Musik ist nur schlecht im Hintergrund zu
hören.
Für den Filmschnitt können Sie mir einen Tonträger mit dem entsprechenden Titel geben. Ich werde ihn vom Tonträger auf den Computer
überspielen und dort als Hintergrundmusik einfügen. Die Filmszenen können dann entsprechend der Musikrichtung angepasst werden (Zeitlupe,
Zeitraffer, Rhythmus etc.). Das Überspielen eines Musiktitels läuft mit unter 10 Minuten recht schnell ab. Die gegenseitige Anpassung
zwischen Film und Musik richtet sich nach der Komplexität des Einsatzes und ist mit mindestens ein bis zwei Stunden zu berechnen.
8. DVD Menü erstellen
Hier werden die einzelnen Kapitel angegeben und die Menüoberfläche wird gestaltet, die man beim Einlagen der
DVD auf dem TV/ Monitor sieht. Außerdem kann ein Musikstück hinzugefügt werden, welches so lange abgespielt wird,
bis der Film startet. Diese Elemente zusammenzufügen dauert in der Regel nicht länger als eine Stunde.
9. Film rendern
Sobald der Film geschnitten ist, existiert er nur als Schnittvorlage, quasi als Schablone. Der Film zusammen mit
dem Schnitt, der Musik und den Grafiken muss erst berechnet werden. Diese Berechnung der Filmeinzelteile zu einem
gesamten Film nennt man "rendern". Die Zeit, die ein Computer braucht, um den Film zu rendern, richtet sich nach der
Geschwindigkeit des Computers, der Länge des Films und der Qualität des Filmmaterials. Auf meinem Rechner kann ich
folgende Formel anwenden (vorausgesetzt, er berechnet keine zusätzlichen Computereffekte):
Die Zeit des Renderns in höchster Qualität entspricht ungefähr der Länge des Films.
Dauert der Film also 30 Minuten, dann rendert der Computer auch 30 Minuten.
10. DVD brennen
Ist der Film fertig gerendert und die DVD Menü(s) fertig gestaltet, dann kann der Brennvorgang starten. Nach dem Brennen
wird der gebrannte Film mit der Vorlage verglichen (verifiziert). Der gesamte Vorgang kann bis ca. 30 Minuten dauern.
11. DVD beschriften
Ihre DVD wird nicht herkömmlich mit einem Stift beschriftet. Statt dessen brennt der Laser das monochrome Bild auf die
Oberseite der DVD. Dieses Verfahren wird "Lightscribe" genannt. Vorteil hier: Es verschmieren keine Farben und es kann
sich auch kein Aufkleber lösen. Zeitraum: ca. 25 Minuten
12. DVD Cover bedrucken
Zum Schluß wird noch das DVD Cover für die DVD Hülle gestaltet und ausgedruckt. Je nach Komplexität des Coverbildes
kann hier dieser Vorgang 15 Minuten bis zu einer Stunde dauern.
Bei dem hier genannten Beispiel dauert der Filmschnitt bis zum Endprodukt bei einer Vorlage von 60 Minuten Filmmaterial
im Mittel ca. 15 Stunden.